Chaosgeborene

Auch als „Kinder des Sturms“ bezeichnet, sind die Chaosgeborenen jene Wesen, die aus den chaotischen Stürmen heraus entstanden und die bis dahin unbewohnte Leere mit Leben füllten.

Die ersten ihrer Art waren inkonsistente Formen, lose gebündelte Energie, die von nicht mehr als einer Idee zusammengehalten wurde. Es begann mit der Geburt Primeyras, deren Auslöser die Verschmelzung einer Idee mit den Mächten des Chaos war. Dieses Ereignis hallte wie ein Echo durch die Leere und neue Ideen entstanden, verschmolzen mit den freien Kräften des Sturms und schufen neue Chaosgeborene, die einander zwar ähnelten, doch niemals gleich waren.

So schnell breitete sich die Welle des Lebens durch die Leere aus, dass sich die Erstgeborenen bald nur noch von ihrer eigenen Art umgeben sahen, was ihnen Sorge bereitete. Um ihre Existenz aufrechtzuerhalten, waren sie auf die Kräfte des Chaos angewiesen, doch wo zu viele Kinder des Sturms Gestalt annahmen, waren freie Energien rar. Zu rar. Es dauerte nicht lange, bis sie aus Angst um ihr eigenes Überleben übereinander herfielen, um die gebundenen Mächte wieder freizusetzen.

Primeyra war eine Ausnahme und floh stattdessen vor den immer enger werdenden Ballungsgebieten hinaus in die Leere, wo die Stürme noch so wild tobten wie immer. Aufgrund seiner friedliebenden Natur scharten schwächere, kleinere und jüngere Chaosgeborene sich um Primeyra und bildeten einen Schwarm, der ebenso anziehend wie abschreckend auf potenzielle Jäger wirkte.

Was jedoch keines der Chaosgeborenen vermeiden konnte, waren die Nebeneffekte der Energien, die einst mit einer Idee verschmolzen gewesen waren. Die Körper ihrer Artgenossen mochten sie vernichten, doch die Idee, die sie geschaffen hatte, würde überdauern und Teil all jener werden, die sich von den Überresten nährten. So wuchsen selbst die friedliebendsten Kinder des Sturms allmählich über ihre Ursprünge hinaus, und mit jeder neuen Idee, die Teil ihres Wesens wurde, entwickelten sie sich weiter, bis aus ihren Reihen schließlich die Daeva und die Dämonen hervortraten.

Eine höhere Ebene ihres Bewusstseins zu erreichen, bewegte die Chaosgeborenen allerdings nicht zu einem friedlicheren Zusammenleben. Stattdessen entwickelten sie Taktik, Raffinesse, Tücke und Hinterlist auf der einen Seite, um der rohen Gewalt, mörderischen Geschwindigkeit und tödlichen Kreativität der Natur auf der anderen Seite zu begegnen. Aus einem chaotischen Kampf ums Überleben wurde zunehmend ein Krieg zwischen vielen kleinen Gruppierungen, die versuchten, ein Territorium zu etablieren. Dabei waren Verräter und Opportunisten in den eigenen Reihen für die höher entwickelten Chaosgeborenen ebenso eine Gefahr wie die Angriffe ihrer Feinde.

Ironischerweise war es ausgerechnet Primeyra, das friedliebendste Kind des Sturms, dem als Erstes gelang, wonach all seine kriegerischen Artgenossen strebten. Als dessen gebündelte Macht einen kritischen Punkt erreichte, erlangte es die Fähigkeit, das Chaos zu färben und erschuf Fyn, die erste Farbe der Magie. Damit war es in der Lage, eine eigene Domäne für sich und seinen Schwarm zu beanspruchen und zu verteidigen.

Die neu gefundene Sicherheit war jedoch nicht von langer Dauer, denn so wie schon Primeyras Geburt wie ein Echo durch die Leere gehallt war, schien auch die Schaffung der Magie nicht ohne Nachwirkung bleiben zu wollen.

Andere Daeva erlangten ihrerseits die Fähigkeit, das Chaos nach ihrer Vorstellung zu färben und wurden fortan als Götter bezeichnet. Da viele von ihnen auf ihrem Weg zur Göttlichkeit einstigen Verbündeten in den Rücken gefallen waren, bevorzugten es die neuen Herrscher, sich mit dämonischen Horden zu umgeben und nicht mehr daevische Diener in ihren Reihen zu dulden, als notwendig waren, um die Dämonen zu kontrollieren. In ihrer Überheblichkeit hielten die göttlichen Heerführer ihre dämonischen Artgenossen für unfähig, sich weit genug zu entwickeln, um ihnen gefährlich zu werden.

Es war eine schmerzvolle und meistens tödliche Lektion in Demut, als die Leviathana sich erhoben und Rache an ihren Peinigern nahmen. Diese unvorhergesehene Entwicklung brachte das instabile Gleichgewicht zwischen den Göttern zum Einsturz und der magische Krieg entbrannte mit solch zerstörerischer Kraft, dass selbst Primeyra den aufeinanderprallenden Kräften zum Opfer fiel.

Aus der daraufhin folgenden Explosion magischer Kräfte schuf Fyndaryon die erste Welt, Fyndaryl, die aus dessen Verlangen nach einem sicheren Zufluchtsort vor dem magischen Krieg der Chaosgeborenen geboren worden war.

Blog Referenzen

Die Chroniken von Fyndaryl